Aktuelles

Zimmer 16 – Trailer

18. Juli 2019

Als Anfang Februar 2019 der Anruf kam, dass unsere Bewerbung für die Erstellung eines Videotrailers honoriert wurde, war die Freude groß. Die Kleinkunstbühne “Zimmer 16” wird seit mehr als 17 Jahren als Kulturprojekt vom Förderverein MIKADO e. V. betrieben. Ohne jegliche Subvention wird in Alt-Pankow ein anspruchsvolles kulturelles Angebot von einem sehr engagierten Team geplant, organisiert und abgesichert. Die ehrenamtlichen Mitglieder des heutigen Teams (Vereinsmitglieder und Nichtvereinsmitglieder) sind mit viel Freude dabei. Um es vorwegzunehmen: diese Atmosphäre wird im Trailer deutlich.

- ein Beitrag von Annette Schulz, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Zimmer 16

Videoproduktion: Falko Seidel

Das Projekt kulturBdigital gab 5 Berliner Kultureinrichtungen aus ganz unterschiedlichen Sparten und Bereichen die Möglichkeit, sich für die Erstellung eines Trailers zu bewerben. Da wir noch keinen eigenen audiovisuellen Content für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt hatten, war das unsere Chance. Wir sollten begründen, warum wir bei diesem Projekt mitwirken wollen und eine erste Ideenskizze für einen Trailer einreichen. Praxisnah wurde auch die Möglichkeit eingeräumt, darzulegen woran es bisher gescheitert war, eigene Ideen zu entwickeln. Für ein Brainstorming unter den Ehrenamtlichen fehlte bisher die Erfahrung.

Zuallererst wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, mit dem professionellen Filmemacher Falko Seidel zusammenzuarbeiten. Aufgrund seiner Arbeitsbeispiele und seines Lebenslaufes auf seinen Webseiten hatten wir den Eindruck, dass Falko Seidel der Richtige war. Wir verabredeten ein Kennenlerntreffen mit ihm und Jessica Frost von der Technologiestiftung vor Ort im “Zimmer 16”. Wir berichteten über das reichhaltige Veranstaltungsspektrum und erzählten vom Wohlfühlfaktor. Publikum und Künstler*innen kommen wegen der fantastischen Akustik und dem ehrenamtlichen Team, das sich als Gastgeber versteht und (Musik)Kultur lebt, gerne ins “Zimmer 16”. Wir waren uns sicher, dass wir auf eine Mitarbeit der Besucher*innen und Künstler*innen an der Trailerproduktion rechnen konnten.

Falko Seidel kam ziemlich schnell mit einer Ideenskizze, die den Nagel auf den Kopf traf. Zum Lied von Frank Viehweg “Solange man singt, ist doch noch nicht alles verlor’n” sollte nur mit Bildern eine Geschichte erzählt werden. Frieda, unsere ehrenamtliche Barkeeperin, träumt während ihrer Arbeit davon, auch mal auf der Bühne zu stehen. 2 Drehtermine wurden abgesprochen. Nachdem alles im Kasten war, kam die Nachricht, dass wir im Rahmen des Projektes keine GEMA-pflichtige Musik verwenden durften. Bei dem ausgewählten Song war das leider der Fall und so suchten wir schweren Herzens nach einer GEMA-freien Ersatzmusik. Uns vom Verein fiel nichts Passendes ein, aber Falko machte einen Vorschlag. Gleichzeitig präsentierte der Filmemacher die erste Version des Werbefilms für unsere Kleinkunstbühne.

Bei den meisten Mitstreiter*innen kam der Trailer gut an, aber es gab auch heftige Diskussionen. Einige fanden z. B. die Geschichte mit der Barfrau zu dominant, dafür zu wenig vom tollen VA-Programm zurückzusehen. Diese Diskussionen zeigten, mit welchem Herzblut die Ehrenamtlichen für ihre Kleinkunstbühne in Aktion sind. Falko Seidel drehte Szenen nach, kürzte die dargestellte Geschichte, machte sozusagen den Feinschliff. Es blieb zum Glück für die Befürworter der Trailer, der perfekt die gemütliche Atmosphäre abbildet.

 

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Digital Mindset – Veranstaltungszusammenfassung

11. Juni 2019

Onlinearbeit, Robotisierung, Algorithmisierung: In vielen Branchen – und insbesondere in der freien Wirtschaft – ist der digitale Wandel längst in vollem Gange. Wie die Informationsveranstaltung zum Thema „Digital Mindset“ der Technologiestiftung Berlin im Neuköllner aquarium zeigte, hinkt der Kulturbetrieb dieser Entwicklung jedoch noch teilweise weit hinterher. Während anderswo schon moderne Kommunikations-Tools und Datenmanagementsysteme zum Einsatz kommen, arbeiten kulturelle Institutionen – von städtischen Theatern bis zu alternativen Veranstaltungshäusern – oftmals noch immer analog.

 

Wie die Vorträge von Sabrina Apitz (Kulturprojekte GmbH) und Danilo Vetter (Stadtbibliothek Pankow) verdeutlichten, liegt dies zum einen an einem akuten Mangel an finanziellen Mitteln und geeigneter Software. Zum anderen aber auch an einem fehlenden „Digital Mindset“ in Kollaborationen, Netzwerken und Institutionen. Dabei sind es nicht nur Angestellte und Freelancer, die sich nur langsam daran gewöhnen, das Digitale in der alltäglichen Arbeit in Kunst- und Kulturbereich mitzudenken, sondern – so sind sich die meisten Teilnehmer*innen der Veranstaltung einig – oft auch die Chefetagen, denen es an einem Bewusstsein für die Notwendigkeit neuer und agilerer Arbeitsprozesse mangelt.

Viel Bedarf gibt es innerhalb des Kulturbetriebs deshalb vor allem in Hinblick auf Fortbildungen zum Thema Digitalisierung, mehr Vernetzung untereinander und neue und finanzierbare Programme zur Datenverarbeitung. Wie kann ein kleines Theater ein einfaches digitales Abrechnungssystem aufbauen? Welche Software lässt sich am besten nutzen, um Theateraufführungen zu archivieren? Und wie lässt sich in allen diesen Fragen der Datenschutz mitdenken? Diese und andere Fragen beschäftigen die Berliner Kulturschaffenden quer durch die Bank – und pragmatische und kostengünstige Lösungen sind bisher nur schwer zu finden. Umso mehr Hoffnung setzen die Beteiligten u.a. in die Pläne der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, deren Innovationsfonds ab 2020 die nötigen Mittel für die Digitalisierung des Kulturbereichs bereitstellen soll.

Vortrag von Sabrina Apitz (Kulturprojekte Berlin GmbH/EGfKA/Berliner Gazette)

Mit welchen digitalen Hilfsmitteln lassen sich Arbeitsprozesse in Zukunft verbessern? Wie beeinflusst die Technik unsere Kommunikation? Und was bedeutet die Digitalisierung für den Kunst- und Kulturbereich? Mit diesen und ähnlichen Fragen setzt sich Sabrina Apitz schon seit geraumer Zeit auseinander: früher als freiberufliche Projektmanagerin und Kuratorin, heute als Koordinatorin des Kulturförderpunkts der Kulturprojekte GmbH des Landes Berlin. In ihrem Vortrag geht es dementsprechend vor allem darum, wie sich „Offline“- und „Online-Arbeit“ besser verzahnen lassen und inwiefern ein „Digital Mindset“ der Mitarbeiter*innen eine Grundvoraussetzung dafür sein kann.

Das Digital Mindset versteht Apitz dabei als eine Kombination mehrerer Grundhaltungen, unter anderem einer Neugier für digitale Entwicklungen, einer gewissen Toleranz und Akzeptanz gegenüber ohnehin unvermeidbaren technologischen Innovationen und einer natürlichen Offenheit für prozessorientiertes Arbeiten. Es geht an dieser Stelle also weniger um konkrete Fähigkeiten als um eine Denkweise, die den Nährboden für die Digitalisierung am Arbeitsplatz bereitstellen kann. „Um digitale Impulse zu setzen, braucht es kein Skillset, sondern ein Mindset“, so Apitz.

Die Frage, warum Institutionen sich überhaupt mit einem „digitalen Kulturwandel“ beschäftigen sollten, beantwortet Apitz derweil mit einem Verweis auf die potenziellen Vorteile digitaler Hilfsmittel. Diese können mehr Autonomie und Mitbestimmung der Arbeitnehmer*innen schaffen, für mehr Transparenz innerhalb von Organisationen sorgen und diesen eine bessere Innen- und Außenkommunikation ermöglichen. Als Beispiel für letzteres nennt Apitz etwa die digitale Weiterverbreitung von Audio- und Film-Mitschnitten von Aufführungen, Ausstellungen oder anderen Performances, mit Plattformen wie SPECTYOU (www.spectyou.com), die Zugänglichkeit einzelner Kunstsparten bereits nachhaltig revolutioniert haben.

Klar ist für Apitz aber auch, dass ein digitaler Kulturwandel sowohl Arbeitnehmer*innen als auch Führungsetagen richtig vermittelt werden muss. Oft mangelt es an der richtigen Kommunikation, etwa dann, wenn nicht das gesamte Team von Anfang an in den Veränderungsprozess eingeschlossen wird, zu viele Digitalisierungsschritte auf einmal umgesetzt werden sollen oder Verantwortlichkeiten nicht klar geregelt sind. Laut Apitz ist „Kommunikation deshalb die Voraussetzung dafür, dass die Leute am Arbeitsplatz sich abgeholt fühlen“. Um digitale Anwendungen in der Kommunikation, im Management und der Verwaltung effektiv umzusetzen, ist es dementsprechend von zentraler Bedeutung frühzeitig ein Bewusstsein für die Dringlichkeit des Wandels zu schaffen, klare Verantwortlichkeiten einzuteilen, Hindernisse zu identifizieren und kurzfristige Erfolge sichtbar zu machen.

 

Videoproduktion: Technologiestiftung Berlin/Michael Scherer

 

Vortrag von Danilo Vetter  (Stadtbibliothek Pankow)

Als Leiter der öffentlichen Bibliotheken des Berliner Bezirks Pankow gestaltet Danilo Vetter die Digitalisierung des Bibliothekbetriebs maßgeblich mit. Nicht zuletzt deshalb beschäftigt er sich in seinem Vortrag primär damit, wie digitaler Wandel im Kulturbereich – und insbesondere im Bibliothekswesen – praktisch umgesetzt werden kann. Zu Beginn stellt Vetter fest, dass der digitale Wandel im Allgemeinen immer schneller voranschreitet: „2007 tauchten hierzulande die ersten Smartphones auf. Heute, zwölf Jahre später, besitzen bereits 81 Prozent der über 14-Jährigen ein solches Gerät!“ Ähnlich rapide ist die Entwicklung in Hinblick auf die öffentlichen Bibliotheken gewesen. Durch die Entstehung großer Online-Plattformen wie YouTube, Spotify und Netflix haben sie ihr Alleinstellungsmerkmal verloren und sind längst nicht mehr die einzigen Institutionen, die Ausleih- und Archivierungsaufgaben übernehmen können. Zudem haben die Bibliotheken laut Vetter „spätestens mit der Gründung von Wikipedia auch ihr Wissensmonopol verloren“.

Wenn GoogleBooks Buchbestände digitalisiert, auf YouTube pro Stunde 400 Stunden Videomaterial hochgeladen werden und Amazon mittels Kindle den Buchverleih erobert, dann müssen sich die Bibliotheken fragen, welche Rolle für sie noch übrig bleibt. Wie können sie sich im digitalen Raum behaupten? In dieser Frage verweist Vetter zum einen auf die bereits geleistete Modernisierung im Bibliothekswesen: die Einführung von Online-Katalogen, Lieferservices, Selbstverbuchungs-Programmen, Online-Bezahlmodellen und digitalen Serviceangeboten wie dem Musikdienst „freegal“ dem Filmportal „filmfriend“ und der Kinderbuch-App „tigerbooks“. Zum anderen führt er die Kurt-Tucholsky-Bibliothek im Bötzowkiez als Paradebeispiel für einen gelungenen Transformationsprozess an.

Bei diesem Projekt war laut Vetter, der bei der Modernisierung der Bibliothek federführend gewesen ist, vor allem die Erkenntnis hilfreich, dass „die Gemeinschaft der Menschen, die das Umfeld der Bibliotheken nutzen, im digitalen Zeitalter wichtiger ist als der eigentliche Bibliotheksbestand“. Neben diesem Credo haben sich im Zuge der Modernisierung vier weitere wichtige Leitprinzipen bewährt: (1) Die öffentlichen Bibliotheken müssen als Ort und nicht nur als Entleihstation interessant sein, (2) es muss um Partizipation statt Fachexpertise gehen, (3) man sollte die Gäste als Pro- und nicht als Konsument*innen verstehen und (4) zunehmend Lizenzen statt haptischer Medien vergeben. Bei der digitalen Transformation der Kurt-Tucholsky-Bibliothek haben sich laut Vetter zudem auch Leitlinien wie Trial-and-Error statt Perfektion, Kommunikation statt Ausschluss und agile Arbeitsprozesse statt hierarchische Organisation bewährt. Die Grundsatzfrage „Wo fühlen sich die Menschen wohl?“ stand zudem immer im Zentrum der Arbeit. Die Benutzer*innenbedürfnisse waren die Grundlage für die angestrebten Veränderungen – und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen und Anwohner*innen wurden mit ins Boot geholt. Angebote wie eine Gaming-Ecke mit Playstation, ein Coding-Workshop, ein Kinobereich, ein Gemeinschaftsareal und eine „Bibliothek der Dinge“ wurden allesamt im Dialog mit den Nutzer*innen entworfen. Nicht zuletzt deshalb haben sich die Besucher*innenzahlen der Kurt-Tucholsky-Bibliothek bis heute fast verdoppelt, so Vetter.

Videoproduktion: Technologiestiftung Berlin/Michael Scherer

 

Diskussionsrunden

In den direkt an die Vorträge anschließenden Diskussionsrunden bekommen die Zuhörer*innen eine Gelegenheit, ihre Nachfragen zu stellen und eigene Erfahrungen zum Thema Digitalisierung im Kulturbereich und „Digital Mindset“ einzubringen. Beide Gruppen sind dabei äußerst divers: Dramaturg*innen, Designer*innen, Senatsmitarbeiter*innen, Eventmanager*innen, Pädagog*innen und viele andere Kulturschaffende sind vertreten.

Bei Sabrina Apitz geht es vor allem um die Frage, wie digitale Hilfsmittel die Kommunikation und Organisation innerhalb von Unternehmen und Vereinen verbessern können. Mehrere Teilnehmer*innen berichten von veralteten Strukturen und einem zerstückelten Projektmanagement, das auf verschiedenen Tools wie Dropbox, GoogleDrive und Skype beruht, aber nicht gut integriert ist. Einige interessieren sich auch für konkrete Programme zur Datenverarbeitung und Abrechnung – etwa für den Gastronomiebereich oder die Personalverwaltung am Theater. Zudem sind sich alle einig, dass die Digitalisierung im Kulturbetrieb oftmals gerade an den Chefetagen scheitert, die jegliches „Digital Mindset“ vermissen lassen und oftmals noch sehr „analog“ denken, oder dem Bereich „Online“ zu wenig Wichtigkeit und/oder Ressourcen beimessen.

Sabrina Apitz hält es in all diesen Fragen für notwendig, die richtigen Prozesse für den digitalen Wandel zu finden. „Die Chefs kann man ja nicht links liegen lassen und deshalb geht es vor allem darum, Mitstreiter*innen zu finden und hartnäckig zu bleiben“, sagt sie. Schade ist derweil, dass viele der bekannten Projektmanagement-Tools wie yesplan, KOKOS.event und theasoft, die sich für den Kulturbetrieb eignen, weiterhin teils ausgesprochen teuer sind und immer noch viel zu selten die spezifischen Bedürfnisse einzelner Sparten abdecken. Bevor es hier keine breitangelegte Initiative gibt, können laut Apitz wohl weiterhin nur Kombinationen von digitalen Anwendungen Abhilfe schaffen.

 

In der Runde von Danilo Vetter geht es derweil vor allem um den Unterschied zwischen digitalen Transformationsprozessen innerhalb von freien Kollaborationen und in der Verwaltung. „Im öffentlichen Dienst gibt es natürlich viel mehr Barrieren, aber auch hier ist Veränderung möglich“, sagt Vetter dazu. Er glaubt, dass partizipative Methoden und Kooperationen mit Expert*innen sowohl im öffentlichen Dienst als auch im Privatsektor wegweisend sein können, es aber auch wichtig ist, die „Stakeholder“ mit in den digitalen Wandel einzubeziehen. Im Bibliotheksbereich ist es gerade die Kritik von ehemaligen Nutzer*innen und Nichtnutzer*innen, aus der viele gute Ideen hervorgegangen sind.

Vetter hält zudem fest, dass Veränderungen am Arbeitsplatz und digitale Innovationen immer auf Opposition treffen werden, egal ob im Privatsektor oder im öffentlichen Dienst: „Es gibt immer rund 15 Prozent der Mitarbeiter*innen, die Veränderungen skeptisch sehen. Mir geht es aber vielmehr darum, die Mitte zu verschieben, anstatt meine Zeit mit den Nörgler*innen zu verschwenden.“ Auf die Nachfrage, ob man sich also über die Gegenwehr einiger Kolleg*innen hinwegsetzen müsse, antwortet Vetter: „Schock und Widerstand sind ganz normal, aber man kann die Mitarbeiter*innen auch ganz langsam an neue Prozesse gewöhnen.“ Will man etwa ein Management-Tool wie den Online-Dienst „Trello“ am Arbeitsplatz einführen oder einen Kommunikationskanal wie Instagram nutzen, dann kann es sich lohnen, zuerst „Verbündete“ dafür zu gewinnen und den Rest der Mitarbeiter*innen ganz langsam mit ins Boot zu holen. Zu bedenken ist außerdem, dass selbst die meisten „Verweiger*innen“ im Privaten schon digital unterwegs – sei es mit Smartphone, Netflix oder anderen Diensten. „Der Arbeitsplatz sollte also keine Ausnahme bleiben, wenn es darum geht, sich mit neuen Technologien vertraut zu machen“, so Vetter.

Eine Veranstaltung der Technologiestiftung Berlin im Rahmen des kulturBdigital Labs in Kooperation mit dem Performing Arts Programm des LAFT Berlin.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Mit freundlicher Unterstützung des Performing Arts Festival Berlin.

 

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Gesucht: Designer*- und Entwickler*innen

4. Juni 2019

Wie kommen Kulturschaffende und Digitalisierungs-Expert*innen zusammen? Unser Projekt kulturBdigital bringt Kulturschaffende mit interessierten Techies, Developer*innen, Datenvisualisierer*innen, Interfacedesigner*innen, Produktdesigner*innen, UX/UI-Designer*innen & Co – kurz: Designer*- und Entwickler*innen zusammen. Gemeinsam sollen die interdisziplinären Teams jeweils eines von fünf digitale Herzensprojekten verwirklichen, die Kulturschaffenden bei der täglichen Arbeit unterstützen können.

Für die Umsetzung der Projekte stehen jeweils bis zu 10.000 Euro zur Verfügung. Die Projektlaufzeit endet im Dezember 2019.

 

Kurzvorstellung Projekte (Bewerbungsverfahren s.u.)

Interaktion auch nach der (virtuellen) Inszenierung

Das ATZE ist Deutschlands größtes Musiktheater für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Lehrer*innen und Erzieher*innen stellen die größte Gruppe an Ansprechpartner*innen in den täglichen Kommunikationsabläufen dar.    Am Beispiel des Fantasy-Singspiels „Albirea. Nur ein Kind kann die Welt retten“, das im Oktober 2019 uraufgeführt werden wird, ist es der Wunsch von ATZE, ein innovatives Open Source Tool zu entwickeln, mit dem eine digitale Abbildung des künstlerischen Programms möglich ist und durch das den Figuren der Stücke begegnet werden, mit ihnen in Interaktion getreten und virtuell in ihre Welt eingetaucht werden kann. „Albirea“ wird maßgeblich mit einem virtuellen Bühnenbild und Video-Mapping gestaltet. Dieses Konzept, in dem Darsteller*innen nicht nur auf der Bühne, sondern auch Teil einer virtuellen Welt sind, soll in die Entwicklung des Tools bzw. eines ersten Prototypens aufgenommen und weiterentwickelt werden.

Aufgabe ist es, ein Tool zu entwickeln, das den interaktiven/spielerischen Part mit dem theaterpädagogischen Angebot des ATZE Musiktheaters vereinbart, und dieses als Kommunikationstool mit Pädagog*innen zu nutzen.

Hast Du eine Idee und findest es spannend, für Kids, Jugendliche und Pädagog*innen digitale Anwendungen mit zu entwickeln? Wir suchen Leute mit Expertise in digitalem Storytelling, Games, Medienpädagogik…

Analoge Reservierungen digitalisieren

Das Figurentheater Grashüpfer veranstaltet im Jahr bis zu 400 Veranstaltungen für Kinder und Familien, die von bis zu ca. 16.000 Zuschauer*innen besucht werden. Es soll eine Open Source-Anwendung entwickelt bzw. adaptiert werden, mit der die bislang analog per Telefon und über ein Webformular erfolgenden Ticketreservierungen mit den internen Arbeitsprozessen verknüpft und digitalisiert werden können. Ein wichtiger Aspekt ist die Dokumentation der Vorgehensweise bei der beispielhaften Implementierung der Open Source-Anwendung.

Für Dich sind Metadaten, Backend Development, Ticket-Systeme und Open Source-Lösungen keine Fremdworte? Du bringst Erfahrungen als Designer*in und/oder Entwickler*in mit? Dann melde Dich bitte bei uns.

„Hol‘ Dir die Kunst ins Haus“- Kunstverleih digital

Der Kunstverleih Lichtenberg (Bezirksamt Lichtenberg – FB Kunst) verfügt über ca. 450 Originale, die gegen eine geringe Leihgebühr ausgeliehen werden können. Diese Kunstwerke sollen digital in einer Datenbank erfasst und über die Webseite der Galerie 100 verlinkt werden.

Wir suchen eine*n Entwickler*in , die/der die Inventarliste in eine strukturierte Datenbank überführt und in einer userfreundlichen Webseite visualisiert.

Publikumsgespräche für alle – digitale Anwendungen für den Dialog

Nach den Theatervorstellungen am Berliner Ensemble werden regelmäßig Publikumsgespräche durchgeführt und dabei entstehen interessante und persönliche Dialoge und Diskussionen. Schauspieler*innen und Regisseur*innen treten mit dem Publikum in Austausch über die Inszenierung. Um eine erweiterte Zielgruppe zu erreichen, sollen digitale Schnittstellen bzw. Anwendungen und Ideen entwickelt werden. Eine Aufgabe wäre es beispielsweise, zusätzlich Fragen der Zuschauer*innen digital zu übersetzen und allen im Saal, auf der Website oder in Foren zum Austausch zugänglich zu machen. Für die Abstimmung der Fragen müsste ein geschützter Raum entwickelt werden.

Du hast Interesse, mit Kulturschaffenden gemeinsam eine digitale Open Source-Anwendung für die Zugänglichkeit und Teilhabe über die Theateraufführungen hinaus wie z.B.: Chatbots, Messenger Kanäle, Social Media Bots und Co. zu entwickeln und zu realisieren? Dann sind Deine Skills und Expertise als Entwickler*in oder Designer*in gefragt.

Kulturhaus Spandau: Alte Musik sucht neue Gäste

Das Kulturhaus Spandau bietet ca. 400 Veranstaltungen jährlich im Kulturhaus, in der Zitadelle, auf der Freilichtbühne und im öffentlichen Raum und leistet einen signifikanten Beitrag für das Spandauer Kulturangebot. 2020 ist neben einem Jazzfestival im Spätherbst auch ein Festival unter dem Slogan „Spandau macht Alte Musik“ im Gotischen Saal mit international renommierten Künstler*innen geplant. Um neue Zielgruppen zu akquirieren, soll eine digitale Plattform zur direkten Ansprache und als neuer Kommunikations- und Marketingkanal entwickelt werden. Ferner sollen damit weitgehend automatisiert die Bestückung diverser Presse-/Marketingportale bedient werden, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen.

Wir suchen Entwickler*innen und/oder Designer*innen mit Ideen für die Erreichung neuer Zielgruppen durch digitale Tools und mit Expertise für die entsprechende Umsetzung der Anwendungen. Interesse an der Entwicklung und Realisierung digitaler Open Source-Anwendungen mit dem Schwerpunkt Vereinfachung interner Arbeitsprozessen und Gewinnung neuer Zielgruppen?

 

Wissen bündeln

Darüber hinaus suchen wir für alle Projekte Interessierte, die die jeweiligen Prozesse dokumentieren und beispielhaft für weitere Kulturschaffende aufbereiten.

Weitere Informationen zu „Culture meets Coder“ –> hier

Bei Interesse bitten wir um Meldung unter Angabe des jeweiligen Projekts bis Ende Juni 2019 via Mail an kultur(at)technologiestiftung-berlin.de.

 

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Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Termine

27

Aug

World-Café „Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikidata“

27. August 2019 · 10-15 Uhr

Technologiestiftung Berlin, Grunewaldstr. 61-62, 10825 Berlin

Fast jede*r kennt Wikipedia, nicht zuletzt, weil es bei der Suche mit Google immer ganz oben in den Ergebnissen erscheint. Wir möchten etwas genauer wissen, wie Wikipedia „funktioniert“, wie Kulturschaffende die Enzyklopädie für sich nutzen können und was hinter den weiteren Projekten zur Förderung des Freien Wissens steckt.

11

Sep

Internet of Things im Kulturbereich

11.09.2019 · 15:15 - 17:15 Uhr

Technologiestiftung Berlin
Grunewaldstr. 61-62
10825 Berlin

Wir laden Euch herzlich ein, im Rahmen unseres kulturBdigital Labs am 11.09.2019 von 15:15 – 17:15 Uhr in der Technologiestiftung Berlin mit uns zu diskutieren, wozu man neue Technologien des Internet of Things im Kulturbereich einsetzen könnte und gemeinsam herauszufinden, welche Anwendungen Berliner Kultureinrichtungen sich wünschen.

28

Okt

Zum Vormerken: Der Termin unserer zweiten kulturBdigital-Konferenz steht fest. Alles weitere folgt in einigen Monaten...

Engagieren Sie sich im Berliner Kulturbereich und haben Interesse, die Möglichkeiten digitaler Entwicklungen für sich zu erschließen?

Mit dem Projekt kulturBdigital möchte die Technologiestiftung Berlin mit Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein Forum und eine „Werkstatt“ bieten, Praxiswissen vermitteln, ausprobieren, Hemmschwellen abbauen und sparten- und einrichtungsübergreifend Kulturakteure befähigen, Digitales in der täglichen Arbeit mitzudenken.

Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.)
Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.) Kontakt