Aktuelles

Wir suchen Verstärkung!

21. November 2019

Mit dem Projekt „kulturBdigital“ haben wir nach einer Bedarfsanalyse zielgruppenorientierte Angebote zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs in Berlin entwickelt und die Konzeptionsphase des Innovationsfonds mitgestaltet.

Hierfür suchen wir ab sofort, befristet bis 12/21,
eine*n Referent*in Digitalisierung im Kulturbereich (Vollzeit).

Aufgaben:

  • Planung, Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Workshops, Infoveranstaltungen und Konferenzen
  • Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung der Projekt-Website
  • Unterstützung von digitalen Projekten im Hinblick auf Umsetzbarkeit und Innovationsgehalt
  • Recherche, Bestands- und Bedarfsanalyse zur digitalen Infrastruktur in Kultureinrichtungen
  • Ausschreibung externer Leistungen / Angebotseinholung
  • Pflege der Datenbanken

Was Du mitbringst:

  • Kommunikations- und Organisationstalent und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu strukturieren und verständlich aufzubereiten
  • Kenntnisse der Berliner Kulturszene
  • nachweisliche Erfahrungen in den Themenfeldern Digitalisierung und/oder mit Organisationsabläufen in Kultureinrichtungen
  • solides technisches Verständnis, Digitalaffinität
  • einen Studienabschluss mit inhaltlichem Bezug zu den Arbeitsfeldern der Stiftung
  • Identifikation mit Arbeitsweise und Zielen einer gemeinnützigen NGO
  • Kenntnisse im Umgang mit öffentlichen Mitteln
  • Teamgeist, Flexibilität und Humor

Was wir bieten:

  • viel Freiraum, um eigene Ideen einzubringen und umzusetzen
  • eine sinnvolle Tätigkeit, die digitales Engagement und Kultur verbindet
  • agiles, ergebnisorientiertes Arbeiten in kleinen Teams und guter Atmosphäre
  • die Möglichkeit, die Digitalisierung Berlins aktiv mitzugestalten
  • flexible Arbeitszeiten und
  • faire Bezahlung in Anlehnung an den öffentlichen Dienst

Bitte sendet Eure Bewerbungsunterlagen bis Mittwoch, den 04.12.2019 an Annette Kleffel, kleffel@technologiestiftung-berlin.de, bei Rückfragen: 030/209 69 99 50

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Open Access zur Nachnutzung von Sammlungen

19. November 2019

Dr. Antje Schmidt, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Vortrag bei der zweiten Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs vom 28.11.2019

Der geschichtsträchtige Kulturort des Museums und neue digitale Technologien: für viele traditionsbewusste Kulturschaffende scheinen diese beiden Konzepte nur schwerlich miteinander vereinbar zu sein. Nicht so jedoch für Dr. Antje Schmidt. Im Auftrag des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg arbeitet sie seit geraumer Zeit an der digitalen Transformation des Museumssektors. In ihrem Vortrag geht es dementsprechend darum, welche digitalen Hilfsmittel und Strategien Museen nutzen können, um sich sinnvoll weiterzuentwickeln.

Video: Digitalagentur MOVACT

Als Blaupause für so einen Transformationsprozess führt Schmidt die Digitalstrategie des Museums für Kunst und Gewerbe an, die es bereits seit 2017 gibt und den Museumsbesucher in den Mittelpunkt gestellt hat. Ein wichtiger Punkt dabei war wie man die ursprüngliche Sammlung des Museums mit digitalen Mitteln unterstützen und weiterentwickeln könne. Das Ergebnis: Besucher*innen sollten noch besser informiert werden und einen noch einfacheren Zugang sowie eine noch bessere Übersicht über die rund eine halbe Million Objekte in der Sammlung bekommen.

Um dies zu erreichen hat das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg laut Schmidt schon eine ganze Reihe von digitalen Veränderungsmaßnahmen angestoßen. Der wichtigste Punkt ist dabei die „Open Access Policy“. So können Nutzer*innen heute über die „Online-Sammlung“ des Museums eine ganze Reihe von Inhalten – etwa Grunddaten über die Herkunft und den Hintergrund von Künstler*innen und Werken –abrufen und die Abbildungen von denjenigen Werken, die bereits urheberrechtsfrei sind, auch herunterladen. In der Online-Sammlung sind Nutzungsmöglichkeiten und Urheberrechtsverhalte von Ausstellungsstücken klar gekennzeichnet und über Creative-Commons-Lizenzen geregelt.

Die frühe Entscheidung, eine entsprechend offene und vorausschauende Strategie auf den Weg zu bringen, war dabei laut Schmidt ein Produkt zweier Grundgedanken: zum einen dem Verständnis des Museums als „Verwalter“ und nicht als „Besitzer“ der Sammlung, und zum anderen der Einsicht, dass Besucher*innen im 21. Jahrhundert nicht nur Konsument*innen sein wollen, sondern insbesondere auch Produzent*innen. Nicht zuletzt deshalb lädt das Museum für Kunst und Gewerbe das Publikum mittlerweile auch über kreative Online-Angebote dazu ein, Inhalte mitzugestalten. So werden etwa Open-Access-Dateien zum Herunterladen und Bearbeiten bereitgestellt, die etwa in GIF-Contests genutzt werden können, bei denen Kunstwerke aus der Sammlung adaptiert und kreativ weitergenutzt werden. Darüber hinaus entwickelten in der jüngeren Vergangenheit auch unabhängige Initiativen wie der Kulturhackathon „Coding da Vinci“ Online-Formate, die auf Grundlage der bereitgestellten Daten des Museums für Kunst und Gewerbe funktionieren. So etwa das Spiel „Zeitblick“, bei dem Nutzer*innen ein Selfie hochladen können und dafür ein passendes „historisches Ich“ in Form eines Kunstwerks aus der Sammlung des Museums zugeteilt bekommen.

Besonders wichtig ist für Schmidt in der Entwicklung von neuen Digitalstrategien im Kulturbereich jedoch, dass der „Erfolg“ von Kulturinstitutionen nicht nur an Klick- oder Besucher*innenzahlen gemessen wird. Für sie „muss die Relevanz von kulturellen Angeboten im Hinblick auf den langfristigen Impact gemessen werden“. Dabei dürfe es eben nicht nur um den reinen wirtschaftlichen Outcome von Angeboten gehen, sondern auch darum, inwiefern diese Menschen beeinflussen und inspirieren.

Text: Kai Schnier

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Initiative Interface: Digitales Gewerk, Ensemble und Labor für Berlin?

18. November 2019

Christiane Hütter, Game Designerin, Initiative Interface, Netzwerk Invisible Playground

Vortrag bei der zweiten Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs vom 28.11.2019

Eine animierte Katze, elektronische Beats und ganz viel Applaus – so beginnt der Vortrag von Christiane Hütter. Denn anstatt mit einer PowerPoint-Präsentation fängt Hütter ihren Redebeitrag mit einem von ihr selbst entwickelten „Jump ’n’ Run“-Spiel an, dessen Protagonist durch das Klatschen aller Anwesenden im Saal gesteuert wird. Damit will die Game Designerin allerdings nicht nur für etwas Unterhaltung sorgen, sondern auch gleich ins Thema einsteigen, denn es soll um „Interfaces“ gehen, also die Schnittstellen zwischen Technologie und Nutzer*innen.

Video: Digital-Agentur MOVACT

Als Mitgründerin der sogenannten Initiative Interface will Hütter technologieaffine Vertreter*innen von Künstlerinitiativen, Theatern, Museen und anderen Kulturinstitutionen zusammenbringen, um Technologie und Kultur enger miteinander zu verzahnen. Dass dies in den vergangenen Jahren noch nicht ausreichend geschehen ist, liegt für Hütter daran, dass digitale Arbeitsprozesse bisher nicht wirklich in den etablierten Arbeitsalltag passen, es keine adäquaten Institutionen gibt, um diesen Wandel zu befördern, und zu viele Menschen mit digitalem Knowhow für sich selbst arbeiten und nicht in Kooperation mit anderen. Um aber wirklich einen digitalen Wandel im Kulturbereich anzustoßen, braucht es für Hütter bessere „Interfaces“, also vor allem „einen gemeinsamen Raum und viel gemeinsame Zeit“, um zu kollaborieren.

Dabei muss es ihrer Meinung nach im Kulturbereich in Zukunft vermehrt darum gehen, Formate mit mehr Teilhabe und Publikumsfokus zu entwickeln und Strukturen zu überwinden, die auf hierarchischem Arbeiten basieren. Wie können Besucher*innen eines Museums mit digitalen Mitteln aktiv in Ausstellungen eingebunden werden? Wie schafft man innovative Projekte zur Digitalisierung, die möglichst viele Menschen aus verschiedenen Arbeitsbereichen miteinbeziehen? Und müssen Ideen nicht auch mal scheitern dürfen, um schlussendlich als Fundament für noch bessere Konzepte fungieren zu können? Diesen Fragen will sich Hütter mit der Initiative Interface stellen und dafür auch noch weitere Interessierte mit ins Boot holen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie es für zentral hält, dass der Kultursektor einen Prozess des Empowerments anstößt, bei dem das Publikum nicht mehr als Masse von Konsumierenden verstanden wird. Stattdessen sollen die bisherigen Zuschauer*innen an der Gestaltung des Stadtraums beteiligt werden. Dafür müsse „echter Raum für echte Menschen“ geschaffen und besseres „Cultural Planning“ betrieben werden.

In Zukunft sollen von der Initiative Interface dann in Zukunft Festivals organsiert, eine Spielstätte eingerichtet und Forschungsvorhaben zu der Thematik Kunst und Digitales umgesetzt werden. Was es dazu aber natürlich auch braucht – auch daraus macht Christiane Hütter am Ende ihres Vortrags keinen Hehl – sind die nötigen Ressourcen, das heißt Fördermittel sowie ausreichend Zeit und Unterstützung.

Text: Kai Schnier

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Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Termine

26

Nov

Vortrag von Franziska Ritter und Pablo Dornhege

Wie können digitale Technologien neue Zugänge zu Kulturerbe eröffnen?

Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) sind Technologien, die unsere bestehenden Kommunikationsräume ergänzen und neue Vermittlungsansätze fördern. Sie bieten neue Möglichkeiten immersiver, interaktiver und spielerischer Erfahrung, durch die ein breiteres, gerade auch jüngeres Publikum erreicht werden kann. Einige Kultureinrichtungen haben bereits Erfahrungen mit diesen Technologien gemacht, erste gute Anwendungen sind im Einsatz - viele Institutionen haben noch Berührungsängste oder schlichtweg keine personellen oder finanziellen Kapazitäten.

Engagieren Sie sich im Berliner Kulturbereich und haben Interesse, die Möglichkeiten digitaler Entwicklungen für sich zu erschließen?

Mit dem Projekt kulturBdigital möchte die Technologiestiftung Berlin mit Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein Forum und eine „Werkstatt“ bieten, Praxiswissen vermitteln, ausprobieren, Hemmschwellen abbauen und sparten- und einrichtungsübergreifend Kulturakteure befähigen, Digitales in der täglichen Arbeit mitzudenken.

Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.)
Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.) Kontakt