Aktuelles

Culture meets Coder

8. Mai 2019

Wie kommen Kulturschaffende und Digitalisierungs-Expert*innen zusammen?

Fünf ausgewählte Kulturschaffende stellen ihre digitalen Herzensprojekte zur Lösung von Herausforderungen in der täglichen Anwendung vor. Für eine erste Ideenentwicklung und anschließende Umsetzung suchen wir interessierte Techies, Coder, Entwickler*innen, Developer*innen, Datenvisualisierer*innen, Interfacedesigner*innen, Produktdesigner*innen, UX/UI-Designer*innen & Co – kurz: Designer*- und Entwickler*innen.

  • Wie können Kultureinrichtungen mit digitalen Anwendungen neue Zielgruppen erreichen und gewinnen?
  • Wie können Kulturschaffende mit digitalen Anwendungen ihre Arbeitsprozesse effizienter gestalten?
  • Wie kann ein bezirklicher Kunstverleih digitalisiert und bekannter werden?
  • Wie kann ein Jugendtheaterstück für die digitale und künstlerische Bildung im Unterricht weiterentwickelt werden?
  • Wie kann die Einbindung des Publikums nach Theateraufführungen innovativ und zugänglicher erfolgen?
  • Welche Ideen für Open Source Lösungen gibt es, die Kulturschaffende für ihre tägliche Arbeit einsetzen können?

Fragen über Fragen und großes Interesse, von Seiten der Kulturschaffenden, Kontakt zu Designer*- und Entwickler*innen mit guten Ideen und Lust an der Umsetzung von digitalen Herausforderungen zu bekommen.

Wir möchten beispielhaft und spartenübergreifend zeigen, wie auch andere Kulturakteure digitale Werkzeuge in der täglichen Arbeit einsetzen können.

Interesse?

Wir freuen uns über interessierte Coder zur Ideenentwicklung und anschließenden Umsetzung, für die das kulturBdigital Lab bis zu 10.000 Euro zur Verfügung stellt.

Seid ihr an der Umsetzung eines der folgenden Projekte interessiert, könnt ihr Euch gerne unter kultur@technologiestiftung-berlin.de an uns wenden.

Bitte beachtet: Eure Vorschläge sollten zwar so konkret sein, dass erkennbar ist, wie eine Zusammenarbeit und ein Ergebnis aussehen kann. Ein Anspruch auf Umsetzung ist damit aber ebenso wenig verbunden, wie ein Vergütungsanspruch oder eine Geheimhaltungspflicht. Solltet ihr der Auffassung sein, dass Eure Idee schutzwürdiges geistiges Eigentum enthält, das ihr nicht in diesem Rahmen teilen wollt, könnt ihr an diesem Verfahren nicht teilnehmen.

 

Projektideen:

Figurentheater Grashüpfer
Name des Projekts: Analoge Reservierungen digitalisieren
Problemstellung: Datenpool für Bestellungen, Platzreservierung, digitale Abrechnung, Optimierung des Buchhaltungssystems.
Ansprechpartnerin: Caroline Gutheil

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet ihr hier (bitte anklicken).

Berliner Ensemble
Name des Projekts: Publikumsgespräche für alle
Problemstellung: Publikumsgespräche zu Theatervorstellungen mit Fragen vom Publikum an Schauspieler*innen und Darsteller*innen sollen demokratisiert werden und zugänglicher werden.
Ansprechpartnerin: Dr. Geraldine Blomberg

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet ihr hier (bitte anklicken).

Atze Musiktheater gGmbH
Name des Projekts: Digital Heroes
Problemstellung: Kommunikationstool, Vernetzungstool, Vermittlung künstlerischer Inhalte, interaktive Spielwiese.
Ansprechpartner: Klaus Fermor

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet ihr hier (bitte anklicken).

Bezirksamt Lichtenberg, FB Kunst und Kultur / Galerie 100
Name des Projekts: „Hol‘ Dir die Kunst ins Haus“ – Digitalisierungsprojekt Kunstverleih Lichtenberg
Problemstellung: Vereinfachung und Zugänglichkeit für die Nutzung des Kunstverleihs.
Ansprechpartnerin: Almut Koch

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet ihr hier (bitte anklicken).

Kulturhaus Spandau
Name des Projekts: Innovative Wege führen nach Spandau: Alte Musik sucht neue Gäste
Problemstellung: Erschließung neuer Zielgruppen durch Erweiterung der Kommunikationskanäle.
Ansprechpartnerin: Britta Richter

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet ihr hier (bitte anklicken).

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Das Smartphone wird zur Filmkamera?

26. April 2019

Mit diesen einfachen Tricks werden eure Handyaufnahmen filmreif!

Für die Kommunikation von Unternehmen und Organisationen sollte das Medium Bewegtbild eine essentielle Rolle spielen. Nutzer*innen konsumieren Inhalte gerne in passiver Form. Hier eigenen sich Videos besonders gut, z.B. um Veranstaltungen vorzustellen und zu erklären, Fragen zu beantworten oder zusätzliche Informationen bereitzustellen.

Doch die Produktion von Videos ist teuer und die sozialen Netzwerke sind schnelllebig. Wie kann also das Kosten-Effekt-Dilemma gelöst werden?

Dazu muss man an erster Stelle verstehen, warum Film- und Videoproduktionen, durchgeführt von Produktionsfirmen, so kostspielig sind. Neben der kreativen Leistung und dem benötigten Personal, wie Kameraleuten, Tonassistent*innen und Redakteur*innen, spielt die technische Ausrüstung eine große Rolle bei der Kostenkalkulation.

Doch ist das immer notwendig? Ein kurzes Interview mit einem/einer Künstler*in für Instagram, ein kleiner Trailer für bevorstehende Veranstaltungen auf Facebook oder eine Veranstaltungszusammenfassung als Bewegtbild für den E-Mail-Verteiler kann man durchaus selbst produzieren.

Das Wichtigste dafür haben die meisten von uns täglich in Benutzung – das eigene Handy. Smartphone-Kameras sind in den vergangenen Jahren immer besser geworden. So gibt es inzwischen gleich mehrere Smartphones, die Videos sogar in 4K-Qualität aufnehmen können. Außerdem ist das Mobiltelefon immer gleich zur Hand, wenn sich überraschende Momente für ein Video vor der Linse präsentieren. Mit einem Smartphone und dem richtigen Zubehör gelingen filmreife Aufnahmen im Handumdrehen. Wer sich nach dem Dreh nicht über verwackelte und verpixelte Aufnahmen oder zu schlechtem Ton ärgern möchte, sollte folgende Tipps beachten.

Beim Filmen auf das eigene Handy zu setzen, hat auch organisatorische Vorteile! Die sozialen Netzwerke sind schnell! Wenn ihr also eure Zielgruppe auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube erreichen wollt, solltet ihr gewisse Momente mit dem Handy festhalten, bearbeiten und gleich hochladen. Das sind Abläufe, die ihr so mit klassischen Kameras und Produktionsabläufen nicht habt.

Tipp 1: Vorbereitung

Inhaltlich
Natürlich muss niemand zum Drehbuchautor werden, wenn er/sie gelegentlich mal ein paar Momente mit seiner/ihrer Smartphone-Kamera festhalten will. Doch sollte sich jede/r, der/die ein spannendes Event-, Interview- oder Ankündigungsvideo drehen will, vorher genau überlegen, welche Szenen eingefangen werden sollten. Möglicherweise lohnt es sich, schon im Vorfeld zur Kamera zu greifen und ein paar Szenen aufzunehmen, die dann später zum Film – in einer Art Rückblende – hinzugeschnitten werden. Außerdem könnt ihr euch bei den Vorbereitungen schon überlegen, ob ihr möglicherweise auch Zubehör wie beispielsweise ein Stativ oder eine Zusatzlinse für einen etwas anderen Blickwinkel beim Dreh benötigt. Darüber hinaus sollte man sich Gedanken zum Thema Bild-, Musik- und Veröffentlichungsrechte machen. Genauere Informationen dazu könnt ihr der Hilfestellung für die Realisation von Videoprojekten entnehmen, die ihr unter folgendem Link (bitte anklicken) findet.

Technisch
Wir alle kennen, dass der Speicherplatz auf dem Smartphone schnell knapp wird, wenn Freunde, Bekannte und Familie einem über WhatsApp an jedem Augenblick des Urlaubs teilhaben lassen möchten. Damit ihr euch während des Drehs nicht mit auftretender Speicherplatz-Knappheit herumschlagen müsst, solltet ihr vor dem Dreh darauf achten, dass genügend freier Speicher auf dem Gerät vorhanden ist. Der Einzug des Smartphones in den Alltag der Menschen hat auch dazu geführt, dass immer mehr Bewegbild-Content im Hochformat konsumiert wird. Solltet ihr zum Beispiel einen Beitrag für eine Instagram-Story erstellen, ergibt es durchaus Sinn, das Video auch im Hochformat zu drehen, um den/die Zuschauer*in mit seinen/ihren Gewohnheiten auf der jeweiligen Plattform abzuholen. In der Regel solltet ihr jedoch eure Videos stets im Querformat drehen, damit beim Anschauen auf einem großen Bildschirm links und rechts keine unschönen Balken zu sehen sind.

Tipp 2: Dynamik & Stabilität

Ein stark verwackeltes oder unruhiges Bild kann bei Zuschauer*innen schnell zu Kopfschmerzen führen. Vermeidet während des Drehens schnelle Kamerabewegungen und den Einsatz des Zooms. Wollt ihr euer Motiv größer ins Bild setzen, verringert den Abstand zum Motiv. Ihr könnt dazu (für eine sogenannte Kamerafahrt) einen Bürostuhl oder einen Selfiestick einsetzen. Um insgesamt ruhigere Szenen drehen zu können, ist der Einsatz eines Stativs oder Rigs absolut empfehlenswert. Wer aus der Hand drehen will, erhält ruhigere Aufnahmen, wenn er/sie einen (eingefahrenen) Selfiestick einsetzt oder auf einen handelsüblichen Gimbal (kardanische Aufhängung / Lagerung als Bildstabilisator) setzt.

Hilfe, ich habe das Stativ vergessen!
Es muss mal wieder schnell gehen. Ihr habt nur die eine Chance, das Interview oder Gespräch aufzuzeichnen. Ihr habt an alles gedacht, doch dann fällt euch auf: Ihr habt das Stativ vergessen! Bevor ihr nun versuchet, das Handy über einen längeren Zeitraum selbst zu halten, lauft ihr Gefahr, dass die Aufnahmen verwackeln. Bitte probiert auch nicht, das Handy irgendwo auszubalancieren oder anzulehnen. Tipp: Sucht nach einer Flasche und einem Haushaltsgummi. Befestigt nun das Handy mithilfe des Gummis am Flaschenhals und stellt das Ganze vor euch auf einen Tisch. Problem gelöst! Ihr könnt euch nun ganz entspannt dem Interview widmen!

Tipp: Nutzt die Selfiekamera. So könnt ihr stets überprüfen, ob Bildausschnitt und Winkel passen. Bewegte Aufnahmen sehen einfach besser aus!

Zeitraffer
Zeitraffer sind spannende Filmsequenzen, die einen sehr lang andauernden Prozess z. B. Bauarbeiten, Sonnenuntergänge oder Tagesveranstaltungen in Kürze zeigen. Der/Die Zuschauer*in bekommt mithilfe des Zeitraffers einen guten Gesamtüberblick. Noch spannender kann das Ganze mit einer haushaltsüblichen Eieruhr werden: Die Eieruhr auf eine Stunde aufziehen, das Handy auf dieser befestigen und die Aufnahme starten. Je nach Bauart dreht die Eieruhr das Handy nun innerhalb einer Stunde zwischen 180 und 360 Grad. Beschleunigt man das einstündige Video dann auf das 100-fache, hat man einen spannenden und bewegten Zeitraffer. Diese Aufnahmen werden eure Zuschauer*innen zum Staunen bringen! Tipp: Vergewissert euch, dass ihr vor Beginn der Aufnahme genug Speicherplatz auf dem Handy haben und die Konstruktion an einem wind- und wackelsicheren Ort steht. Nur so gelingt euch eine störungsfreie Aufnahme.

Tipp 3: Aufs Licht kommt es an

Beleuchtung ist das A und O. Aufgrund ihrer kleinen Bauweise sind Smartphone-Kameras nicht besonders lichtempfindlich. Das hat zur Folge, dass Fotos und Videos, welche bei schlechtem Licht entstehen, stark anfangen zu rauschen. Um das zu umgehen, solltet ihr möglichst viel Licht an den Ort des Geschehens lassen. Manchmal reicht es schon die Vorhänge aufzuziehen oder die Zimmerbeleuchtung anzuschalten. Wer das ein wenig professioneller betreiben möchte, achtet bei seiner Ausleuchtung auf die Regeln der 3-Punkt-Beleuchtung. Bei der 3-Punkt-Beleuchtung handelt es sich – wie der Name bereits vermuten lässt – um die Methode zur Beleuchtung einer Person mit exakt drei Lichtquellen. Die Methode beschreibt dabei die Parameter, die beim Aufstellen und Einrichten der Lichtquellen zu beachten sind, um die Person in ein gleichmäßiges Licht zu setzen, ohne dabei störende Schatten zu erzeugen. Wer etwas Geld in die Hand nehmen möchte, kann hierzu günstige LED-Videolichter nutzen. Diese gibt es in jedem Elektronikfachgeschäft oder online ab rund 40 € zu kaufen.

  • Das Führungslicht ist das hellste Licht im Set-up.
  • Das Fülllicht leuchtet die Schatten, die durch das Führungslicht entstehen, aus. Es ist nur ein Bruchteil so hell, wie das Führungslicht.
  • Das Spitzlicht steht hinter dem/der Interviewpartner*in und gibt ihm/ihr einen Schimmer auf Schulter und Hinterkopf. Durch die entstehende Kontur hebt er/sie sich besser vom Hintergrund ab.

Die Regeln der 3-Punkt-Ausleuchtung können aber auch mit Dingen des Alltags umgesetzt werden. Gebraucht werden: Fenster, durch welches Tageslicht einfällt, Klebeband, Kleiderständer, Steh- oder Bürolampe und Alufolie. In diesem Video wird Schritt für Schritt erklärt, wie man eine alternative 3-Punkt-Beleuchtung umsetzt: www.youtube.com/watch?v=UvYz_DCfJkk

Tipp 4: Der gute Ton

Genauso wichtig wie ein gutes Bild ist der Ton. Handymikrofone nehmen in der Regel nur Geräusche in angemessener Qualität auf, welche sich unmittelbar vor dem Mikrofon befinden (wie bspw. der Mund bei einem Telefonat). Wer Videos mit dem Handy drehen möchte, sollte daher auf externe Mikrofone setzten. Diese werden einfach über den Kopfhöreranschluss mit dem Handy verbunden. Online oder in Elektronikfachgeschäften kann man bereits ab 30 € günstige Modelle erwerben. Tipp: Als kostengünstige Alternative können auch günstige Kopfhörer mit Headsetfunktion oder Bluetooth-Headsets ihren Dienst tun. Diese können bei Bedarf einfach in der Hemdtasche oder der Innentasche einer Jacke versteckt werden.

Tipp 5: Die Apps der Profis

Erweiterte Kamera-App
Viele Smartphones sind bereits mit sehr guten Foto-Apps ausgestattet. Alternative Kamera-Apps bieten aber teils neue Funktionen und fortschrittliche Einstellungsoptionen. Wichtig ist: Wir wollen die volle Kontrolle über die Kamera haben, aber die meisten Funktionen unserer Smartphone-Kamera bleiben uns verborgen, da die Standard-Apps mit Automatiken arbeiten. Apps wie „FilMiC Pro“ und „Open Camera“ bieten den vollen Funktionsumfang in Bezug auf den Weißabgleich, die Blende, Belichtungszeit und ISO. Wer sich mit diesen Faktoren und Einstellungen auseinandersetzt, wird noch einmal eine deutliche Verbesserung seiner/ihrer Aufnahmen erzielen können.

Schnitt-App
Alle Szenen sind im Kasten. Was nun? Einfach so hochladen? Wer seinen Film nachträglich schneiden und die Aufnahmen mit Übergängen, Musikuntermalung und Texteinblendungen verschönern möchte, sollte auf Apps wie „InShot“ setzten. Sie bieten einem die Möglichkeit mehrere gedrehte Filmsequenzen mit Bildern und Musik zusammenzufügen und mit Untertiteln, Grafiken oder Bauchbinden zu versehenen. Ein Must-Have für jede/n Social-Media Redakteur*in.

Dieser Beitrag wurde im Auftrag der Technologiestiftung Berlin von Steven Siebert (Digital-Agentur MOVACT) verfasst.

Stand 04/2019 Anmerkungen und Rückfragen gerne an kultur@technologiestiftung-berlin.de

 

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Instagram Leitfaden

23. April 2019

Liebe Kulturschaffende,

ich bin Jolanta Paliszewska, seit vier Jahren bei Instagram als @vispalberlin aktiv und poste regelmäßig Bilder aus und über Berlin. Ich schieße Bilder aus allen Ecken der Stadt und sehe täglich interessante Fotos vor meinen Augen entstehen. Jedes Mal aufs Neue bin ich beeindruckt von Berlin.

In diesem kurzen Instagram Leitfaden zeige ich Euch anhand von ein paar Tipps, welche Vorteile es bringt, die Social Media Plattform aktiv zu nutzen und wie man dem eigenen Account mehr Reichweite und Interaktion verschaffen kann.


Derzeit zeigt sich, dass mehr und mehr Kulturschaffende auf Instagram aktiv sind, da hiermit eine meist recht junge Zielgruppe angesprochen werden kann.
Warum es sinnvoll ist, Instagram als Kommunikations-Kanal zu nutzen, lässt sich bereits anhand der Nutzer*innenzahl erkennen: in Deutschland sind monatlich mehr als 32 Millionen Nutzer*innen aktiv.

Quelle: Allfacebook.de der Rising Media Ltd. (Stand: November 2018)

Grundsätzlich geht es uns heute um die Optimierung Eures eigenen Profils. Instagram ist eine Community und bietet u.a. hiesigen Kulturschaffenden eine Plattform, um sich mit Tourist*innen aus aller Welt und Berliner Bürger*innen durch meist visuelle Beiträge zu vernetzen.

Habt Ihr beispielsweise als Kultureinrichtung eine Sonderausstellung oder Veranstaltung geplant, geht es darum, die Zielgruppe darüber zu informieren und ggf. sogar in Eure Einrichtung zu locken.

Instagram bietet hierbei die Möglichkeit sowohl Fotos, Bilder, Videos als auch einzelne Werke bspw. einer Ausstellung mit den dazugehörigen Informationen zu posten. All das lässt sich schnell verbreiten und erreicht tagtäglich 23 Millionen Nutzer*innen.

Die Nutzer*innen scrollen dabei schnell durch den Feed und sehen Fotos und Videos. Teilweise tun sie das nur einige Sekunden lang. Es geht also darum, die Reichweite und Sichtbarkeit Eurer Beiträge zu erhöhen. Nutzer*innen scrollen nicht nur, sie können auch nach einem bestimmten Hashtag suchen oder mit Hilfe der aktuellen Ortung sehen, was es in der Umgebung zu entdecken gibt.

Zuständigkeit

Die Qualität des Beitrags ist ein wichtiger Aspekt. Es empfiehlt sich die Zuständigkeit für den Instagram-Account nur an ein bis zwei Personen zu vergeben, die längerfristig hieran arbeiten können. Es ist hilfreich, wenn diese/r Mitarbeiter*in, bereits ein privates Instagram-Profil besitzt und sich mit der Plattform auskennt. Sollte das nicht der Fall sein, kann man die Funktionen von Instagram allerdings auch schnell erlernen, wie sich anhand dieses Leitfadens erschließen lässt. Generell ist Instagram sehr intuitiv aufgebaut.

Sind die Verantwortlichkeiten klar, solltet Ihr den regelmäßigen Zeitaufwand festlegen. Jede Kultureinrichtung hat begrenzte Ressourcen! Stellt Euch folgende Fragen:

  • Umfang: Wie viele Beiträge pro Woche sind realistisch?
  • Art: Nutze ich verfügbaren Content z.B. von Facebook und wandle den ab oder mache ich bewusst ganz was anderes als meine üblich Kommunikation?
  • Gestaltung: Wie aufwendig ist die Bearbeitung meiner Bilder und Videos, damit sie meinem Stil gerecht werden?

Daraus entwickelt sich eine „realistische Idee“ von Eurem Kanal, den Prozessen und Zielen dahinter. So könnt Ihr verhindern Euch zu übernehmen oder nach einem anfänglichen Motivationshoch in ein Loch zu fallen, weil Eure Erwartungen nicht definiert wurden.

Wichtig hierbei ist die Dokumentation. Selbst wenn Ihr alleine arbeitet, ist es sinnvoll, festzuhalten, welche realistische Idee Euer Kanal hat und welche Arbeitsschritte daraus folgen. Selbst wenn Ihr einfach nur festlegt, welche Filter Ihr verwendet, kann dies Eurem Kanal den nötigen „roten Faden“ geben. Je mehr Gehirnschmalz Ihr vor dem ersten Beitrag investiert, desto leichter ist für Euch die Implementierung in den Alltag. Seid aber nicht zu ängstlich, etwas auszuprobieren. Bereits angefangene rote Fäden können auch wieder verworfen werden.

Feed

Der „Feed“, die eigene Startseite bei Instagram, besteht aus sämtlichen Neuigkeiten von Personen/Institutionen, denen Ihr folgt. Dort werden untereinander sowohl Momentaufnahmen, Bilder oder Videos als auch dauerhafte Inhalte angezeigt. Der Feed ist bei jedem/r User*in individuell gestaltet – es gibt keinen Feed zwei Mal – da man verschiedenen Profilen folgt und diese Startseite somit auf die eigenen Interessen zugeschnitten ist. Um mit den eigenen Inhalten im Feed der Follower zu erscheinen, erstellt man mit seinem Account sogenannte „Posts“. Man kann nur ein Bild oder auch gebündelt mehrere Bilder und Videos, die wiederum ein Titelbild haben, in einem Post veröffentlichen. Grundlegend besteht Instagram aus dem Instagram Feed, wie er eben beschrieben wurde, und aus dem Instagram Stories Feed, zu dem wir noch kommen werden.

Für den dauerhaft sichtbaren Feed empfehle ich qualitativ hochwertige Bilder zu verwenden. Als Richtlinie empfehle ich pro Tag nur maximal ein oder zwei Bilder zu veröffentlichen, um die Nutzer*innen mit dieser Informationsflut  nicht zu überfordern bzw. sie im schlimmsten Fall zu langweilen oder gar zu nerven. Des Weiteren sollte sich der Feed inhaltlich nicht zu häufig wiederholen. Die Nutzer*innen möchten einen Mehrwert daraus haben, wenn sie Euch folgen und nicht immer dasselbe sehen, lesen oder hören.

Bilder bearbeiten

Wichtig für die Qualität Eures Instagram-Profils können gut bearbeitete Bilder sein. Es gibt unzählige Apps zum Bearbeiten von Fotos. Die meisten bieten Funktionen wie Zuschneiden, Schärfen, Sättigung, Lichtfarbe, vertikale/horizontale Perspektive u.v.m. an. Als Beispiel wähle ich für diesen Leitfaden die VSCO-App, da ich sie selbst häufig verwende und sie diverse Möglichkeiten zum Bearbeiten mit Filtern anbietet. Mit Hilfe der VSCO-Filter lassen sich mit wenigen Klicks die Bilder verschönern, z.B. durch etwas mehr Schärfe und das richtige Zuschneiden, um das Bild so realistisch wie möglich aussehen zu lassen. Die Bearbeitung ist abhängig von der jeweiligen Kultureinrichtung, da jede einen eigenen Stil hat und eine andere Zielgruppe anspricht. Aus der VSCO-App lassen sich die Aufnahmen direkt in einem Album auf dem Smartphone speichern oder man kann sie direkt auf Instagram, Facebook etc. teilen. Natürlich gibt es noch viele weitere Apps wie bspw. Snapseed, Canva, Enhance, Layout oder Afterlight oder die Möglichkeit, Bilder über Instagram selbst zu bearbeiten. Auch gibt es mittlerweile auf Videobearbeitung spezialisierte Apps, wie Splice, Cut Story oder Cinemagraph.

Ich möchte Euch kurz anhand des unten stehenden Beispiels zeigen, welchen Unterschied die Bildbearbeitung machen kann:

Durch Anpassung der Perspektive können die Kanten des Gebäudes mit Hilfe einer Linie begradigt oder korrigiert werden, so dass es ästhetischer aussieht.

Folgt hierbei in der Farb- und Filterwahl einem roten Faden. Entscheidet Euch für einen Stil oder eine bestimmte Struktur. Dabei sollte man sich, wie bereits erwähnt, vorab ein Konzept überlegen, bevor Videos oder Bilder im Feed oder den Stories gepostet werden. Allgemein kann man sich diese fünf Themen merken, um mehr Reichweite und Interaktion zu generieren.

Vorplanen

Für eine Kultureinrichtung mit festen Terminen (Vorstellungen, Eröffnungen etc.) kann ich empfehlen, ein entsprechendes Planungstool zu benutzen. Das ist praktisch aus vielerlei Hinsicht: Ihr seid im Urlaub oder es stehen Feiertage an? – vorplanen. Eure Follower sind morgens in der Bahn am Handy, Ihr aber im Stau auf der Avus? – vorplanen. Ihr macht eine Kampagne und wollt die Übersicht behalten? – vorplanen. Ihr habt eine Ausstellungseröffnung und keine Zeit am Handy zu hängen? – teilweise vorplanen; dann braucht Ihr nur passende Bilder und Videos zu erstellen.

Zum Beispiel ermöglicht die Webanwendung „Later“ mobiles Arbeiten und „holt“ zugleich Instagram, was anders als Facebook lediglich eine App für mobile Geräte ist, auf den PC oder Laptop. Wenn Ihr es gewohnt seid, an einem Büroarbeitsplatz zu arbeiten, kann das sehr angenehm sein, denn Ihr könnt Texte und Bilder wie gewohnt erstellen, ohne auf die kleinen mobilen Geräte angewiesen zu sein.

Stories

Die „Stories“ sind eine Funktion auf Instagram, mit der sich Inhalte verbreiten lassen, die meistens nur für 24 Stunden sichtbar sind und in der obersten Leiste aller Nutzer*innen erscheinen.

Bei der Erstellung der Stories ist Kreativität gefragt. An dieser Stelle können die Inhalte gerne auch lustig gestaltet werden. Die Stories können dazu genutzt werden, um über einen neuen Beitrag im eigenen Feed zu informieren.

Mit Hilfe der Stories werden Inhalte also kurz und knapp veröffentlicht, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch hier können Hashtags, GIFs oder Bilder/Fotos und Videos platziert werden, um die Reichweite zu erhöhen. Es gibt auch die „Video Live“ Funktion. Mit dieser können Nutzer*innen sofort erreicht werden. Solche Live-Situationen eignen sich besonders, um den Nutzer*innen bspw. etwas Persönliches zu erzählen oder einen spannenden Einblick in aktuelle Geschehnisse zu verschaffen.

Wenn Ihr während eines Videos etwas sagt, ist es besonders wichtig, dass Ihr bitte auch einen kurzen Kommentar zum Video schreibt, damit taube bzw. schwerhörige Menschen verstehen können, was Ihr ihnen mitteilen möchtet.

Innerhalb der Instagram-Stories stehen weitere nützliche Features bereit. Neben den üblichen Hashtags, GIFs, Bildern/Fotos und Videos kann außerdem eine Umfrage platziert werden. Erscheint eine Umfrage, kann der/die Nutzer*in mit einem einfachen Klick die Frage beantworten. Die Ergebnisse der Abstimmung werden sowohl für die Nutzer*innen als auch für den/die Administrator*in des Instagram-Accounts sichtbar. Eine tolle Möglichkeit, um mit den Followern noch mehr zu interagieren.

In die Story sollten unbedingt auch Links eingebettet werden, um die Nutzer*innen zu einer Webseite zu leiten. Leider ist das wichtige Feature derzeit scheinbar erst ab einer gewissen Kanalgröße verfügbar, was ein klarer Wettbewerbsnachteil für kleinere Kanäle ist, weil ihnen die Möglichkeit fehlt, die eigene Website zu unterstützen. Des Weiteren ist allerdings die Verlinkung eines anderen Instagram-Profils, beispielsweise einer Person, z.B. eines Künstlers/einer Künstlerin, mit @Name möglich.

Damit die Inhalte nicht nach 24 Stunden verschwinden, kann man sie dauerhaft sichtbar machen. Dafür muss diese Story unter einer neuen Gruppe in den „Highlights“ in Eurem Profil gespeichert werden.

Die Titelbilder der jeweiligen Highlights lassen sich außerdem noch gestalten. Für das Layout können bspw. Corporate Identity, Bilder und Icons verwendet werden.

Hier ist ein Story-Beispiel von kulturBdigital:

Hashtags

Die richtige Verwendung der Hashtags spielt eine wichtige Rolle, um die Teilhabe zu erhöhen und Interaktionen auf dem eigenen Account zu generieren. Mit Hilfe von Hashtags lassen sich Fotos und Beiträge kategorisieren. Hierbei könnt Ihr selbst entscheiden, mit welchen Inhalten Ihr Eure Nutzer*innen gezielt ansprechen möchtet.

Die populärsten Hashtags für Berlin sind z.B.:

Neben der allgemeinen Popularität solltet Ihr auch die Relevanz für Eure Zielgruppe als Kriterium heranziehen. Um die Sichtbarkeit Eurer Foto- oder Video-Posts auf Instagram zu erhöhen, empfiehlt es sich, vorab zu recherchieren, welche Hashtags benutzt werden sollten, um die richtige Zielgruppe für die perfekte Reichweite zu finden. Dienste, wie Hashtagify.me, helfen Euch dabei Popularität und Relevanz einzuschätzen. Es kann sich für Euch lohnen, wenn Ihr Euch eine für Eure Kultureinrichtung, Veranstaltungen oder Kampagne kleine, immer verfügbare Liste an Hashtags anfertigt. Durch das Kopieren vermeidet Ihr zusätzlich Rechtschreibfehler im Hashtag. Ich empfehle eher wenige, ausgewählte, sich von Beitrag zu Beitrag abwechselnde Hashtags zu benutzen. Es ist aber für neue oder kleinere Kanäle ratsam, bis zur maximalen Grenze von 20 Hashtags pro Beitrag zu gehen, um die größtmögliche Reichweite und damit Wachstum zu erzielen. Größere Kanäle können es sich zugunsten der Ästhetik leisten, weniger Hashtags zu benutzen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, eigene Hashtags für Eure Kultureinrichtungen bzw. -angebote zu erstellen und anschließend zu verbreiten. Die Berlinische Galerie hat beispielsweise einen eigenen Hashtag für ihre Einrichtung (#berlinischegalerie) und für die „Markierung Glaslager“, also das gelb-schwarze Buchstabenfeld vor dem Museum. Unter dem Hashtag #theselettersagain werden somit viele Bilder des Museumsvorplatzes bei Instagram durch Museumsmitarbeiter*innen und Besucher*innen gepostet und verbreiten sich online durch die Besucher*innen.

Beispiele

Der einheitliche Stil der Bilder der Technologiestiftung Berlin @technologiestiftung kann Euch als Beispiel dienen, wie man seinen Feed individuell gestaltet und so seine Wiedererkennung steigert.

Ein paar Beispiellinks zu Instagram Accounts von deutschen und internationalen Kultureinrichtungen möchte ich Euch auch noch mit auf den Weg geben:

Vielleicht konnte ich Euch durch meinen Leitfaden den ein oder anderen Tipp geben und Euch dazu inspirieren, ein wenig Zeit mit der Optimierung des eigenen Instagram Accounts zu verbringen bzw. überhaupt erst einen Instagram Account zu erstellen.

Ich hoffe, dass klar geworden ist, welch niederschwelliger Zugang zu Euren Inhalten durch Instagram möglich sein kann.

 

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Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

Termine

29

Mai

Digital Mindset – Digitaler Kulturwandel in Gruppen, Netzwerken und Institutionen

29.05.2019 · 15:00 - 17:30

aquarium, Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin

Wie kann ich einen positiven digitalen Wandel in einer Gruppe, Organisation, oder in einer Institution anregen und mit welchen digitalen Anwendungen kann ich mir, meinen Kolleg*innen und der Organisation helfen?

18

Jun

VIKUS Viewer Workshop

18. Juni 2019 · 09 - 14 Uhr

Technologiestiftung Berlin, Grunewaldstraße 61 - 62, 10825 Berlin

Viele Kultureinrichtungen digitalisieren ihre Sammlungen und Archive. Das digitale kulturelle Erbe das so entsteht, gilt es nicht nur zu bewahren, sondern auch zu teilen und zugänglich zu machen.

Engagieren Sie sich im Berliner Kulturbereich und haben Interesse, die Möglichkeiten digitaler Entwicklungen für sich zu erschließen?

Mit dem Projekt kulturBdigital möchte die Technologiestiftung Berlin mit Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein Forum und eine „Werkstatt“ bieten, Praxiswissen vermitteln, ausprobieren, Hemmschwellen abbauen und sparten- und einrichtungsübergreifend Kulturakteure befähigen, Digitales in der täglichen Arbeit mitzudenken.

Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.)
Edmundo Galindo, Jessica Frost & Annette Kleffel (v.l.n.r.) Kontakt