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Von zuhause arbeiten – aber wie?

23. März 2020

Um euch die Arbeit aus dem Homeoffice zu erleichtern, haben wir Tipps und (wenn möglich Open Source-)Tools zum Kommunizieren, gemeinsam Texten und Projekte managen im Digitalen zusammengestellt.

Das Digitalmagazin t3n verlegt seine Arbeit ins Homeoffice – und hat seinen Guide für das Büro in den eigenen vier Wänden auch online veröffentlicht. Hier findet ihr Tipps zu Tools, Arbeitsabläufen und zur Einrichtungen des Arbeitsplatzes.

Die in diesem Guide enthaltenen Hinweise decken etablierte Lösungen wie Slack, Skype und GoogleDrive ab. Viele Kulturinstitutionen lassen diese Tools aber aus datenschutzrechtlichen und finanziellen Erwägungen nicht zu. Wir versuchen uns daher an einer Zusammenstellung von Services, die bestenfalls auf Open Source basieren oder kostenlos verfügbar sind und bestenfalls in Deutschland/Europa gehostet werden.

Wie komme ich an meine Arbeitsdateien heran?

Wichtiges Hilfsmittel ist eine sichere VPN-Verbindung zum Netzwerk der eigenen Einrichtung. Anbieter gibt es natürlich wie Sand am mehr. Generelle Hinweise zum Umgang mit VPN bietet das BSI. Eine Open Source-Alternative ist OpenVPN.

(Große) Dateien teilen

Wer keine VPN-Verbindung  zum eigenen Netzlaufwerk besitzt und ein Mailpostfach von knausriger Größe hat, ist auf Dienste zum Austausch von Dateien angewiesen. Wer bekannte Dienste wie etwa Wetransfer nicht nutzen darf oder mag, findet hier weitere Informationen:

  • Dateien verschlüsseln, wenn man sie schon über Wetransfer schickt
  • Filesharing-Dienste mit Verschlüsselung
  • Wer Teil des DFN-Netzwerkes ist, kann auch auf dessen Cloud-Dienste zugreifen
  • Owncloud ist kein Filesharing-Service im klassischen Sinne, aber ein deutscher Anbieter zur Dateispeicherung und Kollaboration
  • NextCloud ist ebenfalls eine umfangreiche Lösung zum Teilen von Dateien, Mailen, Chatten, etc.
  • Das Tool Teamplace wird von einem Berliner Unternehmen bereitgestellt, bis zu 5GB Speicher pro Teamplace sind kostenfrei (man kann allerdings eine unbegrenzte Anzahl von Teamplaces eröffnen). Alle Nutzer*innen müssen einen Account anlegen.

Kollaboratives Texten

Es kann ungemein helfen, gemeinsam live an Texten zu arbeiten, statt ständig neue Dokumentversionen per E-Mail zu versenden und per Telefon zu besprechen. Für erste Textsammlungen ohne Schönheitsanspruch bieten sich z.B. Wikis oder Etherpads an. Etherpads sind basale, webbasierte Texteditoren, die als (oft Open Source-basierte) Alternativen zu Dropbox Paper oder Google Docs dienen können. Etherpads ermöglichen das gleichzeitige, gemeinsame Arbeiten an Texten im Web. Alle Schreibenden können Textänderungen der anderen direkt sehen.

Etwas elaborierter als ein Pad ist der in Deutschland gehostete, bereits erwähnte Service Teamplace (siehe oben), wo Dokumente gemeinsam bearbeitet und auch kommentiert werden können.

Mehr Infos zum kollaborativen Schreiben und Tipps zum Einrichten eines Etherpads hat ebildungslabor.de online zusammengetragen.

 

Kommunizieren – Abstimmungen, Teamchat, Videokonferenz

Microsoft Teams, Hangouts, Slack und Co. sind als Teamchat-Programme bekannt und weit verbreitet. Eine Teamchat-Alternative mit Servern in Amsterdam ist

Wer einen Bogen um Skype-Anrufe machen möchte, findet einen kostenlosen Open Source-Service für Videokonferenzen bei Jitsi und seinem browserbasierten Videokonferenzableger Jitsi.meet. Hier besteht auch die Möglichkeit, den eigenen Bildschirm mit anderen zu teilen.

Umfragen und Terminabstimmungen lassen sich über Doodle, seinen hiesigen, loginfreien Zwilling Nuudel und den kleinen Bruder Dudle, einem Dienst der TU Dresden, abwickeln:

Wer Fragen in die Runde stellen, live schriftliches Feedback einholen oder teamintern Abstimmungen durchführen möchte, kann auch einen Blick auf das Open Source-Tool frag.jetzt werfen. Das vom Land Hessen geförderte Tool ist in Entwicklung für Hochschulen und Lehrende, aber als Prototyp bereits frei zugänglich online:

  • frag.jetzt (Infos zu den Funktionen gibt es über den Button „Einführung“)

Projektmanagement

In der „Service mit Support“-Variante nicht kostenlos, aber mit Servern in der EU ist Open Project zur Projektplanung eine mögliche Alternative zu proprietären Angeboten wie Jira oder Trello. Das Open Source-Tool ist in der Community-Variante kostenlos – vorausgesetzt, man installiert es sich selbst. Es ist nicht ganz einfach in der Handhabe und Erfolg oder Misserfolg wie bei jeder anderen Projektmanagementsoftware auch abhängig von einer guten Moderation. Wer die Taskvergabe aber erst einmal verstanden hat, kann sehr spezifisch Aufgaben zuweisen.

Digital Brainstormen statt Post-It’s kleben

Als funktionsstarkes Whiteboard für das gemeinsame Konzepten und Pinnen von Ideen, Bildern, Inspirationen in Echtzeit, kombiniert mit Videochats, ist das Miro Board ein hilfreiches Tool für gemeinsames Online-Brainstorming. Nachteil ist, dass die Supporthilfen nur bei der Bezahlvariante greifen:

Etwas günstiger und in Deutschland gehostet sind Conceptboard und zum Mindmapping die Software MindMeister. Kostenlose Probe-Varianten sind vorhanden – allerdings mit Beschränkungen hinsichtlich Funktionsumfang und Teamgröße.

Wem es nur um das ganz einfache Karteikarten schreiben und auf ein virtuelles Board heften geht, findet in Oncoo eine kostenlose Alternative (ohne Registrierung) aus Deutschland. Nachteil: Entwickelt für den Einsatz im Schulkontext, werden die Pins allein oder in Teams bearbeitet und dann erst durch eine Moderation zum gemeinsamen Beschauen freigeschaltet.

Eine sehr umfangreiche Übersicht mit vielen weiteren Open Source-Tools und zugheöriger Anforderungsmatrix bieten auch die Kolleg*innen von Bits & Bäume (vielen Dank für die Meldung!).

Habt ihr weitere Software-Tipps? Dann sendet uns einfach eine Mail mit dem Betreff „Tools“ per kultur@technologiestiftung-berlin.de !

Text: Silvia Faulstich

 

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#closedbutopen: Kulturaktivitäten in Zeiten von Corona

23. März 2020

Zur Eindämmung des Corona-Virus bleiben viele Kulturstätten geschlossen, Events sind abgesagt. Hier erfahrt ihr, wie Berlin dennoch Zugänge zu Kulturinhalten schafft.

Bild zum Hashtag closedbutopen

Seit dem 13. März sind sämtliche kulturellen Veranstaltungen in Berlin eingestellt. Die Maßnahmen stellen eine enorme finanzielle Belastung für viele Institutionen dar und sind gerade für Freischaffende dramatisch. Umso beeindruckender sind die zahlreichen Aktionen, mit denen viele Akteur*innen kulturelle Angebote dennoch online weiter zugänglich machen. Teils besteht die Möglichkeit, das Engagement der Kulturschaffenden durch Spenden zu unterstützen.

Einige Beispiele aus Berlin haben wir hier gesammelt. Weitere Aktivitäten lassen sich über die Hashtags #closedbutopen, #KulturinZeitenvonCorona, #Kulturdigital und #DigAMus im Web verfolgen.

 

 

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Livestreams und Videoaufzeichnungen…

sind zentrale Medien, um kulturelle Inhalte und die eigene Arbeit auch in Zeiten von „social distancing“ zumindest online präsent zu halten. Über www.berlinalive.de können Kulturschaffende digitale Live-Kulturangebote anbieten, finden und teilen.

Darüber hinaus nutzen Kulturschaffende verschiedene Plattformen für ihre Inhalte:

>>>Videos selber machen: Livestreaming, kostenlose Videosoftware – Schnitt, Untertitel, u. Co.

Facebook, Youtube, Twitter und Co. bieten Anleitungen über das Streaming auf der jeweiligen Plattform:

Tipps zu Facebook Live finden sich auch sehr umfassend im Blog des Monitoring-Tools Hootsuite.

Um euch den Einstieg ins Livestreamen zu erleichtern, arbeiten wir gerade an einem „quick & dirty“-Leitfaden für Teams mit kleinem Budget. In der Zwischenzeit lohnt ein Blick in die Erfahrungssammlungen anderer Kulturinstitutionen wie dem National Museum of Scotland oder dem Getty Center.

>>> Videos erstellen

Wer keine Erfahrungen mit Videoproduktionen hat, findet in unserem Leitfaden für den Umgang mit Videoprojekten Tipps und Hinweise.

Neben den großen, funktionsmächtigen aber auch komplexen Schnittprogrammen gibt es zahlreiche solide Freeware-Tools für alle, die gelegentlich Videos schneiden und bearbeiten möchten:

Wer Videos mit Untertiteln versehen und somit barrierefreier machen möchte, kann sich die kostenlos herunterladbare Software CADET näher anschauen. Sie wurde vom National Center for Accessible Media (NCAM) in den USA entwickelt. Mit ihr lassen sich Untertitel zeitgenau den entsprechenden Stellen im Video zuordnen.

>>>Podcast 101

Wer das gesprochene Wort dem Bewegtbild vorzieht, der findet ganz frisch online ein Webinar des Kultur Management Network mit Matthias Stier (Technikmuseum Berlin).

 

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Video-Rundgänge und Hinter-die-Kulissen-Blicke via Social Media

Social Media war, ist und bleibt wichtig für den Zugang zu kulturellen Inhalten. Wenn schon nicht für den Publikumsverkehr geöffnet, bieten Kulturinstitutionen ungewohnte Blicke in ihren momentanen Arbeitsalltag oder in ihre (digitalen) Sammlungen:

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360°-Touren und Online-Ausstellungen

Und natürlich immer offen sind die digitalen Schätze und Onleihe-Angebote von Bibliotheken wie der Zentral- und Landesbibliothek Berlin oder der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

>>> Digital erzählen & präsentieren

In Zeiten von Corona gewinnen virtuelle Kulturbesuche an Bedeutung – und an Aufmerksamkeit.

Wer tiefer in Möglichkeiten des online-Ausstellens bzw. des Scrollytelling im Web einsteigen möchte: Folgende Übersicht enthält eine Aufstellung von Ausdrucksmöglichkeiten und dafür eingesetzte Technologien bzw. PlugIns – einige davon Open Source.

Wer nicht gleich die eigene Website technisch anpassen möchte, kann auch auf vorhandene Ausstellungsplattformen zurückgreifen. Einrichtungen, die bereits digitalisierten Beständen haben und Datenlieferant in der Deutschen Digitalen Bibliothek sind, können deren kostenloses Ausstellungstool DDB Studio mit eigenem Content bespielen. Offen für digitale Inhalte von Kultureinrichtungen ist auch das deutsche Projekt museum-digital.org. Es ermöglicht inzwischen ebenfalls institutionsübergreifendes Storytelling zu Sammlungsobjekten aus verschiedenen Beständen.

 

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Wie kommen die Veranstaltungsinfos und Digitalangebote zu den Menschen nach Hause?

Viele Magazine, Zeitungen, Online-Portale und Social Media-Accounts nehmen nun auch digitale Angebote in ihre Veranstaltungshinweise auf. Hinweise an die verschiedenen Medien könnten sich also lohnen:

Die obigen Listen und Tipps haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ihr weitere Beispiele hinzufügen wollt, dann meldet euch via kultur@technologiestiftung-berlin.de !

Ihr wollt wissen, welche Tools im Homeoffice-Alltag helfen können? Wir haben Software-Tipps in diesem Beitrag für euch gesammelt.

Text: Silvia Faulstich

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Corona-Ausfälle: Informationen zu Hilfsmaßnahmen für Künstler*innen

20. März 2020

Zahlreiche Newsletter und Verbände informieren über aktuelle Planungen zu Hilfsmaßnahmen für Künstler*innen und andere Selbständige aus dem Kulturbereich. Hier findet ihr eine erste Liste verschiedener Infoservices.

Zusätzlich hat Kreativ Kultur Berlin ein offenes GoogleDoc erstellt mit Informationen zu Hilfsmaßnahmen.

Ein wichtiges Infomedium nicht dabei? Meldet uns weitere Infostellen via kultur@technologiestiftung-berlin.de

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Herzlich Wilkommen bei kulturBdigital

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Ob Digital Mindset, Suchmaschinenoptimierung oder spannende Informationen zur Produktion von Videos, über die Suchfunktion findet Ihr die passenden Beiträge. Probiert es einfach mal aus!

Termine

2

Nov

Zum Vormerken: Der Termin für unsere nächste Konferenz...

Engagiert ihr euch im Berliner Kulturbereich und habt Interesse, die Möglichkeiten digitaler Entwicklungen für eure Arbeit zu erschließen?

Mit dem Projekt kulturBdigital möchte die Technologiestiftung Berlin mit Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein Forum und eine „Werkstatt“ bieten, Praxiswissen vermitteln, ausprobieren, Hemmschwellen abbauen und sparten- und einrichtungsübergreifend Kulturakteure befähigen, Digitales in der täglichen Arbeit mitzudenken.