Zimmer 16 – Trailer

18. Juli 2019

Als Anfang Februar 2019 der Anruf kam, dass unsere Bewerbung für die Erstellung eines Videotrailers honoriert wurde, war die Freude groß. Die Kleinkunstbühne “Zimmer 16” wird seit mehr als 17 Jahren als Kulturprojekt vom Förderverein MIKADO e. V. betrieben. Ohne jegliche Subvention wird in Alt-Pankow ein anspruchsvolles kulturelles Angebot von einem sehr engagierten Team geplant, organisiert und abgesichert. Die ehrenamtlichen Mitglieder des heutigen Teams (Vereinsmitglieder und Nichtvereinsmitglieder) sind mit viel Freude dabei. Um es vorwegzunehmen: diese Atmosphäre wird im Trailer deutlich.

- ein Beitrag von Annette Schulz, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Zimmer 16

Videoproduktion: Falko Seidel

Das Projekt kulturBdigital gab Berliner Kultureinrichtungen aus ganz unterschiedlichen Sparten und Bereichen die Möglichkeit, sich für die Erstellung eines Trailers zu bewerben. Da wir noch keinen eigenen audiovisuellen Content für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt hatten, war das unsere Chance. Wir sollten begründen, warum wir bei diesem Projekt mitwirken wollen und eine erste Ideenskizze für einen Trailer einreichen. Praxisnah wurde auch die Möglichkeit eingeräumt, darzulegen woran es bisher gescheitert war, eigene Ideen zu entwickeln. Für ein Brainstorming unter den Ehrenamtlichen fehlte bisher die Erfahrung.

Zuallererst wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, mit dem professionellen Filmemacher Falko Seidel zusammenzuarbeiten. Aufgrund seiner Arbeitsbeispiele und seines Lebenslaufes auf seinen Webseiten hatten wir den Eindruck, dass Falko Seidel der Richtige war. Wir verabredeten ein Kennenlerntreffen mit ihm und Jessica Frost von der Technologiestiftung vor Ort im “Zimmer 16”. Wir berichteten über das reichhaltige Veranstaltungsspektrum und erzählten vom Wohlfühlfaktor. Publikum und Künstler*innen kommen wegen der fantastischen Akustik und dem ehrenamtlichen Team, das sich als Gastgeber versteht und (Musik)Kultur lebt, gerne ins “Zimmer 16”. Wir waren uns sicher, dass wir auf eine Mitarbeit der Besucher*innen und Künstler*innen an der Trailerproduktion rechnen konnten.

Falko Seidel kam ziemlich schnell mit einer Ideenskizze, die den Nagel auf den Kopf traf. Zum Lied von Frank Viehweg “Solange man singt, ist doch noch nicht alles verlor’n” sollte nur mit Bildern eine Geschichte erzählt werden. Frieda, unsere ehrenamtliche Barkeeperin, träumt während ihrer Arbeit davon, auch mal auf der Bühne zu stehen. 2 Drehtermine wurden abgesprochen. Nachdem alles im Kasten war, kam die Nachricht, dass wir im Rahmen des Projektes keine GEMA-pflichtige Musik verwenden durften. Bei dem ausgewählten Song war das leider der Fall und so suchten wir schweren Herzens nach einer GEMA-freien Ersatzmusik. Uns vom Verein fiel nichts Passendes ein, aber Falko machte einen Vorschlag. Gleichzeitig präsentierte der Filmemacher die erste Version des Werbefilms für unsere Kleinkunstbühne.

Bei den meisten Mitstreiter*innen kam der Trailer gut an, aber es gab auch heftige Diskussionen. Einige fanden z. B. die Geschichte mit der Barfrau zu dominant, dafür zu wenig vom tollen VA-Programm zurückzusehen. Diese Diskussionen zeigten, mit welchem Herzblut die Ehrenamtlichen für ihre Kleinkunstbühne in Aktion sind. Falko Seidel drehte Szenen nach, kürzte die dargestellte Geschichte, machte sozusagen den Feinschliff. Es blieb zum Glück für die Befürworter der Trailer, der perfekt die gemütliche Atmosphäre abbildet.