Barrierefreiheit in der Berliner Kulturlandschaft

10. April 2019

(Digitale) Barrierefreiheit ist ein Thema, das Akteure im Berliner Kulturbetrieb beschäftigt. Das zeigte die große Resonanz auf den beiden Informationsveranstaltungen in den Räumen der Technologiestiftung Berlin. Handlungsbedarf gibt es zum einen von Seiten des Landes Berlin: Bis zum Jahr 2020 sollen nicht nur öffentliche Verkehrsmittel, sondern auch andere öffentliche Einrichtungen barrierefrei zugänglich sein. Auf der anderen Seite wollen die Kulturinstitutionen von sich aus diesen unerschlossenen Zielgruppen Angebote machen und bestehende Angebote wie z.B. Führungen in Gebärdensprache oder Übertitel bei Nutzer*innen mit Einschränkungen bekannter machen.

Besonders für den letzten Punkt ist eine digital barrierearme Webseite unverzichtbar. In drei Vorträgen von Jolanta Paliszewska (u.a. jubel³ mit Gebärdensprache e.V.), Dirk Sorge (u.a. Berlinklusion) und Cordula Kehr (Referentin für Kommunikation bei Diversity Arts Culture) wurden verschiedene Aspekte wie die BITV (Barrierefreie-Informationstechnikverordnung) und der „WCAG 2.0. Standard“ behandelt. Praktische Beispiele machten deutlich: Von barrierearmen Webseiten profitieren nicht nur Nutzer*innen mit Einschränkungen. Ein durchdachter Webseitenaufbau verbessert die Usability für alle Nutzer*innen und mit der Einbettung von detaillierten Informationen, die z.B. Lesegeräte verwenden, erweitert sich auch die Auffindbarkeit über Suchmaschinen.

Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, sich mit dem Thema Digitale Barrierefreiheit zu befassen. Und auch wenn das große Ziel – komplette Barrierefreiheit finanziell und logistisch noch weit entfernt scheint – viele kleine Zwischenschritte sind durchaus machbar.

Am 06.03. und 08.04.2019 haben im Rahmen des kulturBdigital Labs Informationsveranstaltungen zum Thema Barrierefreiheit stattgefunden.

Referent*innen waren:

  • Jolanta Paliszewska studiert Interfacedesign an der FH Potsdam, sie ist 1. Vorsitzende des jubel³ mit Gebärdensprache e. V und Ansprechpartnerin für BIGS – Berliner/Brandenburger Initiative für gebärdensprachige StudentInnen.
  • Dirk Sorge ist u.a. Mitglied der Initiative Berlinklusion und im Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein (ABSV) und berät Museen, die planen, die Barrieren in ihren Ausstellungen abzubauen. Zur Zeit arbeitet er als freier Kulturvermittler für verschiedene Einrichtungen in Berlin.
  • Cordula Kehr ist Referentin für Kommunikation bei Diversity Arts Culture und betreute den Aufbau der barrierearmen Webseite diversity-arts-culture.berlin.

Dokumentationen der jeweiligen Beiträge findet ihr hier (bitte zum Öffnen anklicken).