Resümee: zweite Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs

10. Dezember 2019

Datenmanagement, Teilhabe, Open-Access, digitale Skills: Wie die zweite kulturBdigital-Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs zeigte, sind die Themen, die den Kultursektor gerade in Hinblick auf die Digitalisierung umtreiben, äußerst divers.

Während sich die einen fragen, woher sie die finanziellen Mittel für den digitalen Wandel nehmen sollen, diskutieren die anderen noch, welchen Zweck die Einführung neuer Technologien in den Kulturbereich überhaupt erfüllen soll. Unterwerfen sich Theater, Schauspielhäuser und Museen freiwillig der Quantifizierungslogik der Wirtschaft, wenn sie mehr und mehr Datenmanagement und Datenanalyse betreiben? Oder kann ihnen ein smarter Umgang mit ihren Daten und neuen digitalen Instrumenten eben gerade dabei helfen, wieder sichtbarer zu werden und ihre Reichweite und Relevanz gegenüber einer immer technologieaffineren Öffentlichkeit zu erhöhen?

Die Antworten auf diese Fragen sind vielfältig – und unterscheiden sich je nachdem, ob man in der Politik, der freien Kunstszene oder etablierten Kulturinstitutionen nachfragt. Einig sind sich jedoch die meisten in der Analyse, dass der Kulturbereich vor einem grundlegenden Veränderungsprozess steht. Für Politiker wie Senator Klaus Lederer ist es an der Zeit, endlich „die Basis für digitale Kulturarbeit zu schaffen“. Für Sabrina Apitz bedarf es dabei vor allem der Förderung eines „Digital Mindsets“ im Kulturbereich. Derweil fordern Akteurinnen wie Christiane Hütter „gemeinsame Räume“ und mehr Vernetzung zwischen technologieaffinen Vertreter*innen von Künstlerinitiativen und Mitarbeiter*innen von Theatern, Museen und anderen Kulturinstitutionen, um den digitalen Wandel kreativ zu begleiten und umzusetzen.

Beispiele wie die Open-Access-Formate des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigen dabei, was möglich ist, wenn Kulturinstitutionen ihre digitalen Möglichkeiten voll ausschöpfen und zu ihrem Vorteil einsetzen – und wie eine Zukunft aussehen könnte, in der die Digitalisierung dem Kulturbereich positiv in die Karten spielt. Damit das geschieht wird es in Zukunft – auch da waren sich die meisten Expert*innen auf der Konferenz einig – allerdings vor allem darum gehen, die Publikumsentwicklung mit digitalen Mitteln voranzutreiben und die Fördermittel aus dem Fonds zur digitalen Entwicklung im Kulturbereich sinnvoll einzusetzen.